News 02 - 2025
Sonntag, 25. Januar 2026 von Walter Berthold
News 02 - 2026
So stoppen Sie Betrugsanrufe auf Handy und Festnetztelefon sofort
Guten Tag,
Fake-Polizisten, angebliche Enkelkinder oder der vermeintliche Tech-Support: Betrugsanrufe nehmen zu und werden immer raffinierter. Wir zeigen, wie Sie sich effektiv schützen und was Sie im Ernstfall tun sollten.
Quelle: pcwelt
Telefonbetrug ist weitverbreitet, selbst umsichtige Nutzer können den routinierten Abzockern auf den Leim gehen. Ob Schockanrufe, der bekannte, aber immer noch erfolgreiche Enkeltrick oder vermeintliche Anrufe von Banken und Behörden – die Maschen der Kriminellen werden immer ausgeklügelter und zielen darauf ab, unsere Angst, Hilfsbereitschaft oder Neugier auszunutzen. Gleichzeitig fehlt es laut BSI aber auch an angemessener Risikowahrnehmung.
Die Folgen sind oft ernst – sie reichen von finanziellem Verlust bis hin zu erheblichem seelischem Stress. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Wer aufmerksam bleibt, umsichtig handelt und moderne Technik gezielt einsetzt, kann sich wirksam vor Betrugsversuchen schützen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie typische Maschen von Telefonbetrügern erkennen und welche konkreten Maßnahmen helfen, sich vor Anrufen auf dem Handy oder Festnetz zu schützen.
Typische Betrugsmaschen: Damit müssen Sie aktuell rechnen
Betrugsanrufe können sehr unterschiedlich aussehen, folgen in der Regel aber ähnlichen psychologischen Mustern. Besonders wenn Sie ältere Menschen in der Familie haben, kann es sinnvoll sein, mit ihnen über das Thema und die typischen Tricks der Kriminellen zu sprechen, damit sie vorgewarnt sind.
Das sind momentan die häufigsten Betrügereien:
Der Enkeltrick
Diese Abzocke gibt es schon lange, leider ist sie immer noch oft erfolgreich. Die Polizei und das Innenministerium warnen immer wieder vor den dreisten Anrufen – und die funktionieren so: Ein angebliches Familienmitglied ruft unter Tränen an oder meldet sich mit einer neuen Nummer per Whatsapp (das alte Handy wurde angeblich gestohlen oder ging verloren).
Das Möchtegern-Familienmitglied behauptet dann, in einer Notsituation zu stecken – etwa nach einem Unfall, bei dem dringend Geld für eine Operation oder für einen Anwalt benötigt wird. Mit dem Enkeltrick werden oft gezielt Senioren anvisiert (daher auch der Name), weil ihnen eine hohe Hilfsbereitschaft und technische Naivität unterstellt werden. PC-Welt hat jüngst mit einem Enkeltrick-Opfer gesprochen.
Tipp: Vereinbaren Sie in Ihrer engeren Familie ein Codewort, das nur eingeweihte Angehörige kennen. Damit können Sie sich am Telefon eindeutig identifizieren, wenn es zu einem fragwürdigen Telefonat kommt.
Falsche Polizisten oder Bankangestellte
Hier geben sich die Betrüger als Behördenmitarbeiter aus – etwa von der Polizei, einer Bank oder sogar von Europol. Die Täuschung: Angeblich hat es einen Datenklau oder einen Einbruch gegeben – jetzt ist Ihr Geld in Gefahr und muss dringend gesichert werden. Anschließend werden potenzielle Opfer aufgefordert, Bargeld zu übergeben oder Überweisungen zu tätigen.
Hinweis: Echte Behörden oder Bankmitarbeiter rufen nicht an, um zu Geldtransfers oder zur Herausgabe von Wertgegenständen aufzufordern.
Technischer Support
Das Telefonklingelt und Microsoft ist dran – angeblich. Auch Apple oder andere IT-Dienstleister werden von den Betrügern gern vorgeschoben. Die Masche: Smartphones oder Computer sind angeblich mit Malware infiziert, man müsse dringend eine Fernwartung durchführen. Sobald Sie den Zugriff gewähren, wird Schadsoftware installiert, persönliche Daten werden ausgespäht oder das Bankkonto leer geräumt.
Wichtig: Seriöse Unternehmen rufen nicht unaufgefordert an. Brechen Sie solche Gespräche sofort ab.
Lotteriegewinne und Fake-Gewinnspiele
Sie gehen ans Telefon und hören eine Stimme: “Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!”. Tja, schön wär’s – stimmt aber meistens nicht. Diese Anrufer verlangen nämlich erst eine “Gebühr” für den Versand des Gewinns oder die Aktivierung des Gewinnkontos. Sie haben es wohl schon erraten: Weder die gezahlte Gebühr noch den angeblichen Gewinn sehen die Opfer jemals wieder.
Ping-Anrufe
Das Telefon klingelt nur ein paar Sekunden – und genau das ist Teil der Betrugsmasche. Ziel ist es, dass Sie aus Neugier zurückrufen. Die böse Überraschung folgt mit der nächsten Handyrechnung: Oft verbirgt sich hinter der Nummer ein teurer Auslandsanschluss oder ein sogenannter “Premiumdienst”, bei dem pro Minute hohe Gebühren anfallen – teils wird sogar automatisch Geld abgebucht.
Typische Vorwahlen in solchen Fällen: +216 (Tunesien), +252 (Somalia), +387 (Bosnien). Hinweis: Solche Vorwahlen können sich auch ändern, bei unbekannten internationalen Anrufen ist immer Vorsicht geboten.
Schockanrufe
Man nimmt ein Gespräch an und plötzlich berichtet eine hysterische Stimme vom angeblichen (und oft schwerwiegenden) Unfall eines Angehörigen, einer Festnahme oder einer anderen schlimmen Katastrophe. Haben die Betrüger den Angerufenen damit erfolgreich in einen Schockzustand versetzt, folgen Geld- oder andere Forderungen. Die Strategie: Im seelischen Ausnahmezustand sollen Opfer unbedacht handeln und sich leichter ausnehmen lassen.
Warnsignale erkennen – So durchschauen Sie die Betrüger
Wer typische Betrugsmaschen kennt und bei fragwürdigen Anrufern genau hinhört, kann sich bereits effektiv vor Abzocke schützen – denn die meisten Telefonbetrüger folgen einem ähnlichen Muster. Sie setzen auf Druck, Angst, Stress oder Verwirrung. Wer aufmerksam bleibt, typische Warnsignale erkennt und sich nicht bedrängen lässt, durchschaut auch raffinierte Maschen oft schon nach wenigen Sätzen. Ein gesundes Misstrauen ist hier der beste Schutz.
Das sind die typischen Merkmale von Telefonbetrügern und ihren psychologischen Tricks:
Emotionaler Druck/Erpressung: Anrufer versuchen Angst, Druck oder Mitleid zu erzeugen. Beispiel: “Ich habe niemand anderen und bin verzweifelt, bitte hilf mir!”
Drohungen: “Wenn Sie nicht sofort handeln, droht eine Anzeige!” Auch Geldverlust oder Schaden an Angehörigen können angedroht werden.
Hohe Dringlichkeit: Ganoven setzen auf Zeitdruck, damit Opfer möglichst schnell und unüberlegt handeln, ohne Rücksprache mit Angehörigen oder Bekannten halten zu können.
Versteckte Nummern oder ausländische Vorwahlen: Häufig sind Anrufe anonym oder beginnen mit einem “+” (internationale Herkunft).
Merkwürdige Sprachweise: Betrugsanrufe erfolgen manchmal in schlechtem Deutsch oder mit auffälligem Akzent.
Erste Hilfe im Ernstfall – so reagieren Sie richtig
Sie vermuten, einen Betrüger an der Strippe zu haben? So reagieren Sie richtig:
Gezielt nachfragen: Betrüger verstricken sich schnell in Widersprüche, wenn sie mit konkreten Rückfragen konfrontiert werden. Beispiel: “Wie heißt mein Enkel mit vollem Namen?”, oder “Von welcher Dienststelle rufen Sie denn genau an?”
Nicht hetzen lassen: Seriöse Anrufer haben Verständnis, wenn Sie eine zweite Meinung einholen wollen oder das Gespräch später fortsetzen möchten. Drängt jemand auf sofortige oder hastige Entscheidungen, ist große Vorsicht geboten.
Sprechen Sie laut mit: Formulieren Sie einfach laut, was Sie tun. Zum Beispiel: “Ich werde jetzt bei der Polizei anrufen und das klären”. Ganoven beenden dann schnell das Gespräch.
Auflegen ist Ihr gutes Recht: Sie müssen sich vor niemandem rechtfertigen und niemandem am Telefon zuhören. Wenn Ihnen etwas komisch vorkommt, legen Sie auf – besser einmal zu früh als einmal zu spät.
Rufnummer vor dem Rückruf prüfen: Nutzen Sie eine Suchmaschine oder Online-Dienste wie tellows oder die Rückwärtssuche von Das Örtliche, um verdächtige Telefonnummern zu überprüfen.
Sprechen Sie mit Bekannten und besonders mit älteren Familienmitgliedern: Besonders ältere Menschen sind bei Betrugsmaschen im Netz oder am Smartphone oft nicht aktuell informiert.
Technische Schutzmaßnahmen: Holen Sie sich die Hardware zu Hilfe
Mit den richtigen Einstellungen und mit geeigneter Hardware können Sie es Ganoven schwerer machen, Sie übers Ohr zu hauen.
Scamschutz auf dem Smartphone verbessern:
Anruf-Blockierung aktivieren: iOS und Android ermöglichen, unbekannte oder blockierte Nummern automatisch zu filtern.
Und so geht’s:
iOS: Einstellungen > Telefon > Unbekannte Anrufer stumm schalten
Android (je nach Hersteller): Telefon-App > Einstellungen > Blockierte Nummern
Anruferkennungs-Apps installieren: Solche Tools gleichen Nummern mit Datenbanken ab und warnen vor bekannten Betrügern oder deren üblichen Rufnummern. Beliebte Apps sind beispielsweise:
Besser geschützt am Festnetz
Auch am Festnetz kann man mit den richtigen Strategien und geeigneten Geräten eine effektive Verteidigung gegen Scammer und Betrüger aufbauen.
Telefone mit Sperrfunktion nutzen: Viele moderne DECT-Telefone von Gigaset, Panasonic und anderen Herstellern bieten Blocklisten oder sogar eine automatische Sperrung von Anrufen mit unterdrückter Nummer.
Eine Blacklist/Whitelist einrichten: Manche Geräte und Router erlauben es, gezielt Nummern zuzulassen oder zu sperren.
Provider wie die Telekom bieten Schutz:
Telekom: Sie können den “Telefon-Schutz” im Kundenbereich aktivieren
Vodafone: Den “Anrufschutz” über die Fritzbox oder im Kundenkonto einrichten. Vodafone hat jüngst eine neue Schutzfunktion für alle Handy-Nutzer eingerichtet.
O2: Blockierung einrichten über “Mein O2” oder über die O2-App.
Router-Einstellungen anpassen: In der Benutzeroberfläche der Fritzbox können Sie Nummern sperren und Anrufregeln definieren. Besonders hilfreich ist das bei Festnetzanschlüssen.
Android 16 bringt Schutz vor Betrugsanrufen mit
Mit Android 16 führt Google einen neuen Schutzmechanismus gegen Betrugsanrufe ein. Das System nutzt Künstliche Intelligenz, um eingehende Anrufe automatisch zu analysieren und mit bekannten Betrugsmustern abzugleichen. Verdächtige Merkmale – etwa auffällige Rufnummern, ungewöhnliches Anrufverhalten oder bestimmte Gesprächsinhalte – lösen eine Warnmeldung auf dem Display aus.
Nutzerinnen und Nutzer sollen so frühzeitig erkennen können, ob es sich um einen möglichen Betrugsversuch handelt. Besonders für ältere oder verwundbare Personen kann das eine wichtige Unterstützung sein – zumindest in der Theorie.
Richtig reagieren: Das sollten Sie im Ernstfall tun
Wenn Sie einen verdächtigen Anruf erhalten, gilt immer: Ruhe bewahren und am besten gleich wieder auflegen. Reagieren Sie nicht auf Fragen oder Druck, geben Sie keine Informationen preis und seien Sie grundsätzlich misstrauisch.
Wenn Sie sich im Gespräch unsicher sind, rufen Sie die tatsächliche Institution nach dem Auflegen selbst zurück – also etwa Ihre Bank oder die örtliche Polizei. Ganz wichtig dabei: Nutzen unbedingt die offizielle Nummer und nicht diejenige, die der vorherige Anrufer hinterlassen hat.
Am besten dokumentieren Sie den Vorfall, also:
Verdächtige Nummern können Sie auch bei der Bundesnetzagentur melden, die dann eigene Maßnahmen ergreift.
Tipps für den Alltag
Diese fünf einfachen Regeln helfen, das tägliche Scam-Risiko zu minimieren und nicht so leicht auf die mitunter sehr raffinierten Betrüger hereinzufallen:
Seien Sie sparsam mit Ihren Kontaktdaten. Besonders bei Online-Gewinnspielen oder auf dubiosen/unbekannten Webseiten.
Rufen Sie nie zurück. Wenn eine unbekannte Nummer nur kurz klingelt oder wenn Sie einen Auslandsanruf verpasst haben, den Sie sich nicht erklären können.
Sprechen Sie mit älteren Familienangehörigen. Sie sind besonders häufig Ziel solcher Betrugsversuche.
Nutzen Sie einen neutralen Anrufbeantworter. Nennen Sie bei der Ansage möglichst keinen vollständigen Namen, so geben Sie weniger Informationen preis.
Nutzen Sie einen Online-Service, um private Daten aus dem Netz löschen zu lassen.
Fazit
Wer die gängigen Maschen der Ganoven kennt, Warnsignale ernst nimmt und moderne Technik nutzt, kann Betrugsanrufe leichter erkennen und effektiv abwehren. Unser Tipp zum Schluss: Bleiben Sie wachsam und sprechen Sie offen über das Thema – besonders mit älteren Menschen in Ihrem Umfeld.
Bei Fragen könnt ihr euch gerne bei mir oder eurem Kursleiter melden.
Lieben Gruß
Walter Berthold
Herausgeber:
Walter Berthold - Computertraining für Senioren
Hohes Feld 3, 21438 Brackel
E-Mail: aW5mb0BiZXJ0aG9sZC1icmFja2VsLmRl@invalid
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